
|
 |
|
 |

| Geschichte |
 |
| Es war gegen Ende des ersten Jahrtausends, als Adalbert, der Sohn von Graf Bero von Lenzburg, auf der Jagd im Zweikampf mit einem Bären starb. Am Unglücksort liess Bero im Gedenken an seinen Sohn eine Kirche bauen. So berichtet die alte Sage über die Anfänge von Beromünster. |
 
|
 |
|
Das jetzige Münster stammt in seinen Grundzügen aus dem Jahre 1036 und ist Grabstätte der Lenzburger Grafen. Dank grosszügiger Schenkungen dieser Grafen an die kirchliche Stiftung wuchs das Bero-Münster zu einem kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum.
Rund um die Kirche bauten die meist adeligen Chorherren, es waren Weltpriester ohne Zugehörigkeit zu einem kirchlichen Orden, ihre Wohnhäuser. |
 
|
 |
|
Am Fusse des Kirchhügels entstand bald der Marktflecken, daher noch heute Flecken und nicht Stadt genannt. Hier wohnten die Stiftsbeamten, Handwerker, Kaufleute und Bauern.
Nach dem Aussterben des Geschlechtes Lenzburg ging die Schutzherrschaft über das Münster durch Vererbung an die Kyburger und später von diesen an die Habsburger. Mehrmals wurde Beromünster im Mittelalter bei kriegerischen Auseinandersetzungen geplündert und angezündet. 1415 eroberten die Luzerner das Stift und den Flecken. Beromünster gehört seither zur Eidgenossenschaft. |
  |
 |
|
Wissenschaft und Kunst hatten einen hohen Stellenwert. Bereits im 11. Jahrhundert ist eine Stiftsschule bezeugt. Im Schloss druckte 1470 Chorherr Helias Helye mit beweglichen Lettern ein Buch, den ersten datierten Schweizerdruck. Im 17./18 Jahrhundert pflegten die Münsterer besonders das Kunsthandwerk.
Gold und Silberschmiede, Möbelschreiner, Hinterglas- und Portraitmaler, Fayencer, Kupferschmiede und Zinngiesser arbeiteten nicht nur für die verwöhnte Kundschaft im Stift, sondern auch in einem weiten Umkreis.
Innert nur sieben Jahrzehnten wurde damals die Stiftskirche zweimal grundlegend umgestaltet, letztmals 1773/75 ist sie in feinstem Rokoko ausgestattet worden.
1764 zerstörte eine Feuersbrunst 95 Häuser. In der Folge wurde die breite Hauptgasse grosszügig und im barocken Zeitgeist und Stil neu aufgebaut. |
 
  |
 |
|
| Bis zur Französischen Revolution stand der Flecken in der Abhängigkeit des Stiftsvorstehers, genannt "Propst". Er trug den Titel "Herr zu Münster". Ihm oblag die weltliche Macht, die Gerichtsbarkeit und Wahl des Fleckenammanns. 1806 wurde das adelige Chorherrenstift aufgelöst und in ein Eremitenstift für betagte Priester umgewandelt. |
|
 |
|
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann, ausgelöst durch den Bau der Seetalbahn, eine neue Epoche. Bald gab es elektrischen Strom und Telefon. Fürs Radio wurde 1931 der Schweizerische Landessender Beromünster, (er steht zwar in der Nachbarsgemeide Gunzwil) gebaut.
Der Antennenturm, 215 Meter hoch, gilt noch immer als höchstes Bauwerk der Schweiz. Ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts begann eine vermehrte Bautätigkeit an der Peripherie. Die Kantonsschule, das Studienheim Don Bosco und das Alters- und Pflegeheim wurden gebaut. Doch der historische Kern vermochte seine architektonische Besonderheit und den kleinstädtischen Charme zu behalten. |
  | | |
| |
|